Integration in Hamm!

Zusammenhalt in der Gesellschaft lässt sich nicht verordnen, doch fördern und gestalten.

Neben neu Zugewanderten leben in Hamm viele Migranten und Ihre Nachkommen. Viele davon sind unter 18 Jahren.

Die Integration dieser Menschen ist auch in Hamm eine Querschnittsaufgabe. Nicht zuletzt durch die große Zahl an Geflüchteten gibt es eine Vielzahl an Integrationsprojekten, Sprachkursen, Schnupperkursen für Berufe oder natürlich auch Sportangebote in Hammer Vereine.

Sport ist ein wichtiger Integrationsmotor, da die Begeisterung für eine gemeinsame Sportart das aufeinander Zugehen erleichtert und das Miteinander stärkt. Häufig wissen Menschen aus anderen Kulturkreisen aber gar nicht, dass Sport und Bewegung überwiegend durch Vereine organisiert wird und wie diese funktionieren.

Sport- und Sprachcamp

Austausch und Zusammenhalt fördern und gestalten.

Ausgelassene Rufe und Applaus erfüllen die Stadthausgalerie in Hamm bei der Verabschiedung der Jugendlichen vom ersten interkulturellen Sport- und Sprachcamp, das vom 31.Juli bis zum 3.August in der Landesturnschule Oberwerries stattgefunden hat. Neben einer Urkunde, einem Zeitungsartikel, einem Erinnerungsfoto und einem T-Shirt nehmen sie viele neue Eindrücke mit.

Vier Tage zuvor hatte Marlies Schmale, Vizepräsidentin für Lehre und Ausbildung, die insgesamt 27 Jungen aus 12 Nationen und im Alter von 14 bis 18 Jahren im Namen des Verbandes willkommen geheißen, nachdem die Teilnehmer vom StadtSportBund Hamm und von der ersten Bürgermeisterin der Stadt Hamm bergüßt worden waren.

Ein Gefühl füreinander bekommen
Ballspiele und eine ausgiebige Kennenlernphase bildeten den Einstieg für die gemeinsame Zeit im Camp. Bereits kurz nach der Ankunft am Zeltplatz war von der anfänglichen Zurückhaltung bei den Meisten nichts mehr zu spüren. Dennoch dauerte es eine Weile, um ein Gefühl füreinander zu bekommen.

Hier trafen nicht nur Jugendliche aus unterschiedlichen Nationen aufeinander, sondern viele individuelle Geschichten. Viele haben eine Flucht erlebt. Es gab unterschiedliche Glaubensrichtungen und auch innerhalb einer scheinbar homogenen Gruppe gab es unterwartete unterschiedliche geprägte Einstellungen.

Das Kultur nicht nur eine Frage der Herkunft ist, haben die Jugendlichen während der ersten Spracheinheit gemeinsam auf einer Kulturtafel dargestellt. Neben kulturell bedingten Unterschieden (z.B. Sprache, Kleidung ) wurden auch persönliche oder interkulturelle Gemeinsamkeiten deutlich (z.B. Musik, Speisen, Freizeitaktivitäten).

Alltag im Zeltlager
Den Camp-Alltag mit allen dazugehörigen Aufgaben organisierten die Jugendlichen unter Anleitung selbst. Essen holen, Tische decken, spülen und aufräumen: Das war für einige neu. Andere waren sehr eigenständig und gewissenhaft und die Aufgaben taten der guten Stimmung keinen Abbruch. Im Zweifelsfall schallte der Nachname des Teilnehmers als selbst gewählte Parole über den Zeltplatz und alle stimmten mit ein. Zum Tagesprogramm gehörten immer eine große Portion Bewegung und natürlich Gelegenheit zum Miteinander sprechen. Das Sportprogramm wurde von drei Hammer Vereinen mitgestaltet: der ETSSV Hamm beteiligte sich mit einem Mix aus Selbstverteidigung und Kampfsport. Der TuS 1859 Hamm organisierte einen Functional-Training-Zirkel sowie ein Basketball-Angebot, das von zwei Spielern aus der Oberliga-Mannschaft der HammStars geleitet wurde. Einer der beiden stammt, wie viele der Teilnehmer, ebenfalls aus Syrien. Die TVG 1877 Hamm bot den Jugendlichen einen Rope Skipping-Workshop und Volleyball. Obwohl Fußball zu Beginn des Camps bei vielen der Sport der Wahl war, waren alle Jugendlichen sehr neugierig auf die Vereinsangebote. Vereinzelt suchten die Teilnehmer nach den Angeboten das Gespräch mit den Übungsleitern und erkundigten sich nach Trainingszeiten. Diese Art der Kontaktaufnahme war eines der Hauptziele des Camps, da Menschen aus anderen Kulturkreisen häufig nicht wissen, das Sport und Bewegung in Deutschland überwiegend durch Sportvereine organisiert werden. Zusätzlich bereichert wurde der Camp-Alltag durch einige Besucher. Zunächst hat sich Marion Joosten, Ratsfrau für DIE LINKEN in Hamm und Mitglied im Sportausschuss sowie Berfin Ince, jugendpolitische Sprecherin der Linksjugend, mit einem weiteren Jugendvertreter Zeit für die Jugendlichen genommen. Ebenfalls zu Gast war Sylvia Jörißen, Bundestagsabgeordnete der CDU Hamm. Auch sie war sehr daran interessiert, mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Nicht zuletzt sei der Besuch von Wajih Atika Sahyouni erwähnt. Der studierte Sportwissenschaftler kam selbst vor 11 Jahren aus Syrien nach Deutschland und arbeitet derzeit in Bielefeld an seiner Promotion. Er hatte angeboten, ins Camp zu kommen, um mit den Jugendlichen über seinen beruflichen Weg und über Perspektiven für geflüchtete Jugendliche im Sportverein zu sprechen: z.B. als Übungsleiter. Neben den Themen Kultur, Freizeit und Berufe konnten die Teilnehmer in den Sprachangeboten vor allem etwas darüber erfahren, wie Sport und Sportverein in Deutschland funktionieren. Unabhängig von den Inhalten sollten die Sprachangebote vor allem Gelegenheiten schaffen, auch während der Schulferien deutsch zu sprechen. Zwei Ausflüge - in den Maxipark Hamm und in den Kletterpark Hamm - rundeten das Programm ab.

Bewegung, Kultur und Sprache

Die Hammer Turn- und Sportvereine können und wollen einen wertvollen Beitrag leisten.
Aus diesem Grund veranstalten der StadtSportBund Hamm und der Westfälische Turnerbund in Kooperation mit Hammer Vereinen erstmalig ein Sport- und Sprachcamp für (neu) Zu- und Eingewanderte sowie für deutsche Jugendliche. 

Das Camp richtet sich an 14 bis 17-jährige Jugendlichen. Gemeinsamer Austausch, Bewegung und Sprache durch fachlich qualifizierte und pädagogisch geschulte Übungsleiter und Betreuer stehen im Vordergrund. Das bedeutet: kein Druck, viel Spaß sowie neue Eindrücke und Kontakte.
Die Teilnehmenden sollen die Turn- und Sportvereine als Orte der Freizeitgestaltung und Mitbestimmung kennen lernen und dadurch neue Chancen und Perspektiven erhalten. Gleichzeitig soll der kulturelle Austausch und der Spracherwerb gefördert werden.

Ihr Ansprechpartner:

Lucas Brachmann

Fachkraft Integration

Verantwortungsbereich:
Integration durch Sport, NRW bewegt GESUND bleiben

Raum: E05